2. Definition


2.1 Asteroiden, Kometen, Zwergplaneten und Meteoriten

Der altgriechische Begriff Asteroid (dt. „Sternähnlich“) ist dadurch bedingt, dass es den frühen Astronomen nur möglich war, einen Asteroiden als hellen Punkt am Himmel zu identifizieren. Eine konkrete Form war jedoch nicht beobachtbar. Damit bestand der einzige Unterschied zu einem Stern in der Bewegung des Körpers und dessen schnellen Auftauchens und Verschwindens. In Bennett et al. (2009) wird ein Asteroid als ein „relativ kleines und steiniges Objekt“ bezeichnet, welches einen Stern umkreist. Doch sowohl „relativ klein“ als auch „steinig“ lassen viel Raum für Interpretationen und es besteht keine klare Abgrenzung zwischen Asteroiden, Kometen und Zwergplaneten.

 

Asteroiden und Kometen (a.d. altgriechisch; dt. „Haarstern“) unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre visuellen Eigenschaften. Dabei sind Asteroiden i.d.R. klare Punkte und Kometen bilden bei Sonnenannäherung eine Koma aus (Spohn et al., 2014) (Abbildung 1). Am Beispiel (2060) Chiron kann man die Schwachstellen dieser Definition erkennen. Die Helligkeit dieses Asteroiden nimmt bei Sonnenannäherung stärker zu, als aus der heliozentrischen Änderung des Abstandes vorhergesagt wird. Dieser Asteroid bildet damit in einer bestimmten Zeit eine Koma aus. Diese Koma besteht dabei aus Staubteilchen, „die wahrscheinlich bei der Sublimation von eisartigen Bestandteilen des Himmelskörpers mitgerissen wurden“. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass weitgehend entgaste und damit inaktive Kometenkerne mit Asteroiden verwechselt werden (Zimmermann & Weigert, 1999). Nach Spohn et al. (2014) findet man im äußeren Sonnensystem auch Körper, die zwar in der Zusammensetzung Kometen gleichen (Eis, Staub, Metalle & kohlenstoffhaltige organische Stoffe), deren orbitale Exzentrizität aber, verglichen mit der Exzentrizität aktiver Kometen, gering ist. Aufgrund dieser Eigenschaft gelangen die Körper nicht nah genug an die Sonne heran (ca. 4 AE), um eine Aktivität zu zeigen. Einige diese Körper wurden und werden fälschlicherweise als Asteroiden bezeichnet, obwohl sie Kometen sind. Eine striktere Unterteilung nach den physikalischen Parametern und der Komposition würde für mehr Klarheit sorgen. In der Vergangenheit war dies schlichtweg nicht möglich und auch heute gelangen die Fernerkundungsmethoden immer noch an ihre Grenzen.


Abbildung 1: Komet C/2020 F3 (Neowise). Klar erkennbar ist die Koma welche sich bei solchen Körpern ab einem Sonnenabstand von ca. 4 AE ausbildet (mit freundlicher Genehmigung von Dr. D. Köhn).
Abbildung 1: Komet C/2020 F3 (Neowise). Klar erkennbar ist die Koma welche sich bei solchen Körpern ab einem Sonnenabstand von ca. 4 AE ausbildet (mit freundlicher Genehmigung von Dr. D. Köhn).

Der Asteroid (1) Ceres hat eine Kugelgestalt mit einem äquatorialen Durchmesser von 964 km. Doch was unterscheidet diesen Asteroiden von einem terrestrischen Planeten? Aufgrund dieser Fragestellung hat 2006 die Internationale Astronomische Union (IAU) die Klasse der „Zwergplaneten“ definiert. Planeten und Zwergplaneten haben gemeinsam, dass sie einen Stern umkreisen und sich ein hydrostatisches Gleichgewicht eingestellt hat. Die Masse der Zwergplaneten reicht(e) jedoch nicht aus, ihren eigenen Orbit von Asteroiden, Kometen und Staub zu bereinigen (Spohn et al., 2014). (1) Ceres ist damit sowohl ein Asteroid als auch ein Zwergplanet, gleiches gilt für den herabgestuften Zwergplaneten Pluto.

 

Eine klare Unterscheidung kann zwischen Asteroiden und Meteoriten (altgriechisch; dt. „emporgehoben“) getroffen werden. Meteoriten sind keine extra Klasse an Kleinkörpern im Sonnensystem sonder, nach Bennett et al. (2009), Bruchstücke von Asteroiden, die zur Erde gelangen und in die Erdatmosphäre eintreten.

2.2. Nomenklatur der Asteroiden

Wie im vorangegangenen Unterkapitel bereits verwendet, setzt sich die Bezeichnung eines Asteroiden aus der Indexnummer und einem, durch den Entdecker festgelegten, Namen zusammen. Der Asteroid erhält jedoch nur eine Indexnummer und einen Namen, wenn die Bahnparameter bekannt sind. Asteroiden mit (noch) unbekannten Bahnparametern erhalten eine Kombination aus dem Jahr der Entdeckung, einem Buchstaben für den Halbmonat und einem Buchstaben für die Reihenfolge der Entdeckung. Werden im entsprechenden Halbmonat mehr als 25 Asteroiden (I wird nicht gezählt) gefunden, wird ein Index 1 angeführt (Zimmermann & Weigert, 1999). Als Beispiel sei der Asteroid 2021AA genannt. Dieser ist der erste Asteroid, der am 1-15 Januar 2021 gefunden wurde.


Abbildung 2: Benennung neu entdeckter Asteroiden (eigene Darstellung).
Abbildung 2: Benennung neu entdeckter Asteroiden (eigene Darstellung).